Posts Tagged 'Strategie'

upcoming: Flurgespräche 7

Für die kommenden Flurgespräche ist ein neues Gesprächsdesign geplant. Ein Experiment, auf das wir gespannt sein dürfen.

Hallo Welt! – Ob Lehrender oder Studierender: Wir brauchen eure Produktionen in genau 3 Minuten. Denkt laut, steht auf, provoziert, stoßt an, redet, zeigt etwas, fragt, regt euch auf, klagt an, lobt oder macht irgendetwas. Alle Medien sind möglich. Wir bieten: einen Tisch, einen Stuhl, etwas Technik und ein Publikum.
Auftakt: Projektvorstellung »Zwischen Menschen« von Alrun Krauß mit dem Kurzfilm »Zwischen Menschen. Über Wendungen einer Idee«


10. Mai um 18.30 Uhr im Flur der August-Bebel-Straße 20

(Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden)

Informelle Anmeldungen für Beiträge (Name/E-Mail/Medien) über den Briefkasten des Offenen Bücherregals oder per E-Mail.
www.flurgespraeche.wordpress.com

Kontakt: flurgespraeche@gmail.com

Taggen lässt sich »Hallo Welt!« großartig, wie sich oben unschwer erkennen lässt. Und vielen Usern ist »Hello World!« von der Ersteinrichtung eines Blogs bekannt. Damit verknüpft ist die Hallo-Welt-Thematik auch in der Programmiersprache wiederzufinden: »Ein Hallo-Welt-Programm ist ein kleines Computerprogramm und soll auf möglichst einfache Weise zeigen, welche Anweisungen oder Bestandteile für ein vollständiges Programm in einer Programmiersprache benötigt werden und somit einen ersten Einblick in die Syntax geben. Aufgabe des Programms ist, den Text Hallo Welt! oder auf Englisch Hello World! auszugeben. Wegen der einfachen Aufgabenstellung eignen sich solche Programme insbesondere für didaktische Zwecke.«
(http://de.wikipedia.org/wiki/Hallo-Welt-Programm)

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Startups | Subversive Feeds in Education

Am Wochenende wurde in Köln die SIGINT 2010 veranstaltet – eine Konferenz für Hacker, Netzbewohner und Aktivisten. Auch unser zweites Treffen mit Gerald Nestler in Wien bietet Anlass dafür, unsere System-Kunst-Bildung-Überlegungen sowie die Gedanken zum kiss-Projekt weiterzuführen.
Bei der SIGINT war die »liquid democracy« angesagt, ein Topos, der sich wohl täglich, wenn man Umfeld und Inhalte dieses Kongresses betrachtet, mit der foucaultschen Definition von Macht trifft. Die SIGINT sieht sich dabei als diskursiver Ort des digitalen Zeitalters. So bespielt sie übergreifende Themenkomplexe, die unter Begriffen wie Mitwirkung und Veränderung, gesellschaftspolitische Forderungen und Utopien, sog. Hacktivismus, kreative Normverletzungen und aktuelle Medien gefasst werden könnten.

Der US-amerikanische Rechtsanwalt Nick Farr etwa behandelte in einem seiner Vorträge die Frage: »What if one morning, the world woke up and found Hackers in charge of government?« Ein utopisches Spiel vielleicht. Hacking aber stellt Fragen, u.a.: Wie arbeiten Systeme? Was passiert direkt, was subversiv? Welche Ordnungen werden überwunden?
Hacker agieren von innen heraus, d.h. sie schleusen sich in ein System ein und analysieren dessen Arbeitsweise, um dann den cut through zu setzen – des Öfteren wird dies auch als Virus bezeichnet, der in den »Fluss der Codes« gebracht wird. An dieser Stelle, so Farr, deckt hacking auf, wie die Realität erscheint und wie es um die Transparenz von Systemen steht. Was aber ist Realität? Denn bei der Frage des Realen vermischen sich virtuelle und physische Welten. Die Ordnungen werden flüssig und hacking wird zur Strategie, die sich, ursprünglich computerbasiert, ad hoc in alle wirklichen und (un-)möglichen Räume einschreibt – verstanden als performativer Akt, der Subtilität und Subversion vereint. Konstruiere ich für dieses Vorgehen ein inneres Bild, spinnt sich so etwas wie ein technisch-biologischer Fußabdruck zusammen. Hacking würde dann den realen Cyborg verkörpern, die invisible hand, die ihre Spuren in Umcodierungen erscheinen lässt – oder einen klingonischen bird of prey, der im Tarnmodus feuern kann.

Gerade an den Schnittstellen des Virtuellen und des Physischen wird hacking auf diese Weise zum übertragenen, realen und kulturellen Handlungskonzept – dem cultural hacking.
Was passiert, wenn diese Art des Handelns auf den Alltag trifft? Aber wohl eher: Was läuft ab, wenn diese Strategie Einzug in den Unterricht an Schulen findet? Was kann das subversive Moment mit SchülerInnen machen? Findet es überhaupt eine Einbindung in die Lebenswelt? Oder anders: Sind Lehrende immer am Nabel der Zeit, am Nabel der Lebenswelten bzw. an der Zukunft 3.0? Was passiert, wenn flashmobs und ähnliche Aktionen Teil des Unterrichts werden? Welche Rolle spielt Unterricht? In welchen Formen existiert er dann überhaupt und als was bezeichnen wir es dann?
Stellen wir diese Fragen, bleiben die Antworten zunächst offen oder wir fragen erneut. Irgendwann aber, würden sie uns zu einer wohl eher performativen und decodierenden Form von Bildung leiten – ja, quasi einer Bildung durch Entbildung. Eine Form, die hinter die Spiegel schaut und die beginnt das Marginale zwischen Räumen und Systemen zu erforschen – Vibrationen in einer hyperlinked society. Wenn nicht Kunstpädagogik, was dann, könnte dafür in der Schule startups bieten.

Podcast zur SIGINT bei DeutschlandRadio Kultur

Kulturtechnik: hacking

Ohne Frage, hacking ist nicht mehr nur computerbasiert. Umcodieren, Eingreifen, Experimentieren und Zweckentfremden, diese ehemals computertechnischen hacking-Strategien werden im real-life angewendet. Schon längst wird in die unendlichen Weiten des Alltags, des Stadtraums, des Konsums, der Wirtschaft, der Kommunikation und der zwischenmenschlichen Beziehungen gehackt. »Hacker nutzen eben jede Möglichkeit, um eine Botschaft in den Fluss der Codes, Slogans und Logos einzuspeisen, egal ob mit mobilen Endgeräten, multiplen Eingabefenstern oder textilen Oberflächen. Das T-Shirt ist auch nur ein Massenmedium der Fußgängerzone.« (http://carta.info/23060/larsson-millennium-trilogie-hacker/)

Hacken!? In bestehenden sozialen, ökonomischen und kulturellen Ordnungen können Störungen stattfinden, um sich der Konstruktion von Systemen bewusst zu werden, um Mitmenschen aufmerksam zu machen und um dadurch (wenigstens) irgendwelche Denkprozesse in Gang zu setzen.
Einstiegsaufgabe: Ins Zentrum gehen. Mit Absperrband Leute umlenken, blockieren und abbringen. (Absperrung ungültig)

Sonntags zwischen vier und sechs.

Mit Hilfe von Pril und Ata die Stadt kartieren. Ästhetische Forschung im öffentlichen Raum. Der Kurzfilm »Zwischen Vier und Sechs« von Corinna Schnitt auf Arte+7.

Ketchupoper, nudedating, und wie man eine Mikrowelle als Lampe nutzt.

Die Künstler David Bestué und Marc Vives (Biennale Venedig 2009) durchspielen in ihren »Acciones« sinnlose Handlungen. Dabei gehen Akteur und Material eine untrennbare Verbindung ein. Die Logik wird dem Betrachter/der Betrachterin beim ersten Hinsehen nicht bewusst. Logik? Beginnendes Lachen. Die Frage nach der Dummheit und dem bored-with-life-Syndrom. Darf eine Nachahmung stattfinden?

Nun gut, sinnlos wäre wohl auch die Antwort hierauf. Durchnummerierte Handlungen, die jeweils einzeln betitelt sind, werden collagiert, laufen im Wechsel und parallel zueinander. Dadurch entsteht eine Abfolge nicht aufeinander bezogener Aktionen. Brüche sind klar gewollt, werden initiiert. Die Verwendung von Material und Körper wird surreal, verfremdet – auf anderen Ebenen, entgegen Konnotationen, neu geordnet. Eine scheinbare Sinnlosigkeit ist gerade deswegen vorprogrammiert. Erinnerungen an den »Lauf der Dinge« von Fischli und Weiß könnten geweckt werden.

Die »Acciones« bieten dem Betrachter/der Betrachterin völlig neue Lösungen alltäglicher Probleme an, oder lassen zumindest ein Quantum eigener Reflektion zu. Abwaschen kann ich auch durch die gesamte Küche. Und das Licht der Mikrowelle gibt eine gute Leselampe ab. Nicht? Die bewusste, inszenierte Durchführung anscheinender Unalltäglichkeiten assoziiert die Idee einer Bedienungsanleitung – ins Lächerliche verrückt. Dingbegeistert. Ein Tutorium für die, deren Käsebrötchen in der Manteltasche weiterbackt, für unterwegs.

How to use the bone tool?

Wird ein Be-Deutungskomplex dekonstruiert, so sollte damit zumeist eine Entschlüsselung der darin geschriebenen Zeichenketten einhergehen. Kein Konstrukt wird durch eine, einzig wahre Deutung beschrieben, weiterhin ist wohl keine Deutung eindeutig, kein Entschlüsseln folgt einem allgemeingültigen Plan. Nach dem alten Grundsatz der vielen Wege konstruieren sich differente Wirklichkeiten scheinbar gleicher Aktionen in alltäglichen Handlungsräumen.

Ein Tutorial kann Heilsbringer sein!? Eine Lektion, die bestimmte Vorgehensweisen des täglichen Lebens zu erklären versucht und auf Nachahmung hoffen kann. Sehen wird vorausgesetzt – verstehen? How to draw realistic eyes? How to create a blog with blogger? How to make the perfect red lips and the Barbie transformation? Und wie lasse ich mein Messer richtig fallen?

Weiterlesen ‚How to use the bone tool?‘


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